Vorteil mit einem ZEN Pflegesessel 564 bei Druckgeschwüren

15.01.2022

Artikel: Frank Grebe Herdecke zum Thema Druckgeschwüre und Erklärung in Verbindung zum Thema: Bewegung im Sessel

Für viele Menschen ist viel sitzen und liegen kaum zu vermeiden. Die meisten bewegen sich dabei aber ständig bewusst oder unbewusst. Kranke, Gelähmte oder auch bewusstlose Menschen bleiben über eine längere Zeit unbeweglich in ihrer Position liegen oder sitzen. Die Dekubitusgefahr (Druckgeschwür) erhöht sich dabei stark. Eine offenes Druckgeschwür ist schmerzhaft und heilt nur langsam. Typische Entstehungsorte beim Liegen sind der Hinterkopf, das Schulterblatt, der Ellenbogen, das Steißbein und die Ferse. Typische Entstehungsorte beim Sitzen sind auch hier der Hinterkopf, das Schulterblatt, das Steißbein, das Sitzbein und die Ferse. Und nicht nur Hochbetagte und Kranke können einen Dekubitus entwickeln. Auch Menschen mit Bewegungsbehinderungen oder nach Chirurgischen Eingriffen, Menschen mit unterschiedlichen Plegien, Menschen mit Multiple Sklerose. Weitere Personengruppen können Dekubitus bekommen die an starkem Übergewicht (Adipositas) leiden.  Bei immobilen Patienten kommt es bei fehlerhafter Lagerung zu einer Komprimierung der versorgenden Blutgefäße in den aufliegenden Gewebepartien. Durch die Ischämie entsteht eine Azidose im Gewebe. Es kommt zu einer Dilatation und Steigerung der Permeabilität kleiner Blutgefäße und Kapillaren. Die Folge sind Mikro- und Makroödeme, Blasen und Thromben. Schließlich treten Nekrosen auf, die sich im Laufe der Zeit als Ulzera manifestieren.

Wir unterscheiden im Druckgeschwür 4 Schweregrade

Die Rötung im Schweregrad 1

Lokale Rötung ohne Hautschädigung. Verschwindet jedoch auch nicht nach entsprechender Druckentlastung.

Blasenbildung im Schweregrad 2

Schädigung der Haut, Ablösung der Epithelschicht (Blase)  (Erklärung: Das Epithel- oder Deckgewebe ist ein Komplex aus flächenhaft angeordneten spezialisierten Zellverbänden ohne nennenswerte Interzellularsubstanz. Sie besetzen immer Grenzflächen des Körpers, d.h. sie befinden sich an der Hautoberfläche oder an der Innenseite von Hohlorganen. Embryologisch betrachtet, stammt das Epithelgewebe von allen drei Keimblättern ab. Je nach Funktion sind die Epithelzellen flach, würfelförmig oder zylindrisch aufgebaut und entweder in einer oder in mehreren Schichten organisiert. Epithelzellen grenzen an zwei verschiedene Räume und haben folglich einen apikalen und einen basalen Pol. Apikal leitet aus dem Begriff Apex her, was Scheitel bedeutet. Basal entsprechend von Basis. Bei den Hohlorganen wird in der medizinischen Nomenklatur auch oft von luminal gesprochen und bezeichnet den Pol, welcher dem Lumen zugewandt ist. Ist der Pol dem Lumen abgewandt spricht man von abluminal. Die Seitenwände der Zelle entsprechen in Bezug auf Aufbau und Funktion häufig der Basis und werden als basolaterale Membran bezeichnet. Zusammenfassend bedeutet das, dass der apikale Pol zur Oberfläche hin gerichtet ist, während der basale Pol an das Bindegewebe grenzt, welches unter dem Epithel liegt. Die Differenzierung bzw. Einteilung der Epithelarten erfolgt anhand ihrer Form (z.B. isoprismatisch), ihrer Anordnung (z.B. einschichtig) und ihrer Zelloberfläche (z.B. durch Kinozilien bei Flimmerepithel).

Nekrose im Schweregrad 3

Schädigung aller Gewebsschichten. Tiefe Nekrose.( Erklärung: Nekrose bezeichnet den Tod einer Zelle durch Schädigung der Zellstruktur, z.B. infolge mechanischer Verletzungen, Kontakt mit Toxinen, Hypoxie, Hypothermie oder Infektionen mit Krankheitserregern. Bei der Nekrose kommt es zu Membrandefekten, die dazu führen, dass der Zellinhalt unkontrolliert in die Umgebung der Zelle austritt. Die Folge ist eine Entzündungsreaktion.

Ulcus / Druckgeschwür im Schweregrad 4

Eine offene nicht seltene Drucknekrose. Beteiligung des Knochens mit der Gefahr der Osteomyelitis. Erklärung Osteomyelitis, kurz OM, ist eine akute oder chronische Entzündung des Knochens und Knochenmarks, die meist durch eine bakterielle Infektion verursacht wird.

Für alle fitform Pflegesessel gibt es auch unterschiedliche Sitzflächen

Verschiedene Sitzflächen

Fitform bietet speziell für Ihre Wünsche und Sitzproblematik zahlreiche, individuelle Lösungen.

Sollte unsere Standard-Sitzfläche für Ihre Wünsche und Bedürfnisse nicht ausreichen, bieten wir zahlreiche weitere Möglichkeiten. Unsere Fachhändler informieren Sie gerne über die verschiedenen Lösungen.

Wir unterscheiden die unterschiedlichen Sitzflächen in folgende Kategorien:

  • Weichere und härtere Sitzflächen; abhängig von ihrem Körpergewicht und Körperbau bieten wir unterschiedlich aufgebaute Sitzflächen
  • Antidekubitus-Sitzflächen; abhängig von ihrem Körpergewicht und ihrer aktuellen Lebenssituation bieten wir ebenfalls Lösungen mit viscoelastischen Schäumen oder Intelli-Gel.
  • Um die Bildung von Druckgeschwüren zu verhindern, sind viscoelastische Schäume gut anpassbar.
  • Intelli-Gel kann sehr gut eingesetzt werden, wenn leichte Bildung von Druckgeschwüren (Grad 2) auftritt. Intelli-Gel hat eine weiche, elastische Wabenstruktur mit einzigartigen druckentlastenden Eingenschaften. Neueste Untersuchungen des "Rahabilitation Engineering and Applied Research Lab (REAR)" der Universität von Georgia haben gezeigt, dass Intelli-Gel eine "signifikant gute Druckentlastung" erzielt. Anwendungsorientierte Forschung der englischen "Tissue Viability Consultancy Services Ltd" hat gezeigt, dass die Situation aller Probanden innerhalb von 14 Tagen deutlich verbessert wurde. Darüber hinaus war es den Testpersonen möglich, deutlich länger in einer geraden, symmetrischen Sitzhaltung bequem zu sitzen.

Sessel die mit einer Intelli-Gel Sitzfläche ausgerüstet werden sollen, empfehlen wir mit speziellen Bezugsstoffen (z.B. Uniform oder Sarkotex) zu beziehen. Diese sehr elastischen Stoffe fördern die druckentlastenden Eigenschaften und verringern die mögliche Faltenbildung des Bezuges.