Neues Anderes Sitzen

11.05.2022

Heutzutage verbringen die meisten Menschen große Teile ihrer wachen Zeit im Sitzen. Problematisch ist, dass langes, ununterbrochenes Sitzen der Gesundheit schadet. Um wirksame Interventionen zu entwickeln, benötigen wir ein solides Verständnis der Ätiologie ungesunder Sitzmuster. Wir haben einen Ansatz zur Untersuchung des Sitzverhaltens vorgeschlagen, der darauf abzielt, die zeitliche Dynamik von Sitzmustern zu enträtseln. Die Forschung ergab Erkenntnisse darüber, warum und wann Menschen sitzen (z. B. kann geistige Erschöpfung eine Schlüsselrolle spielen) und darüber, wie das Sitzverhalten am besten untersucht werden kann (z. B. müssen wir das Sitzverhalten vom Bewegungsverhalten unterscheiden). Diese Ergebnisse haben Auswirkungen auf die Gestaltung effektiver Interventionen, die auf das Sitzverhalten abzielen. In Zukunft kann die Wissenschaft des Sitzens von einem dynamischen Ansatz profitieren.

Langes Sitzen schadet der Gesundheit.

Frühere Forschungen haben das Sitzverhalten hauptsächlich auf aggregierter Ebene untersucht, beispielsweise durch die Analyse der gesamten Sitzzeit pro Tag. Im Gegensatz dazu konzeptualisieren wir hier mit einem dynamischen Ansatz das Sitzverhalten als eine kontinuierliche Kette von Übergängen vom Sitzen zum Stehen und vom Stehen zum Sitzen. Wir verwenden eine mehrstufige Time-to-Event-Analyse, um das Timing dieser Übergänge zu analysieren. Wir analysieren ∼30.000 objektiv gemessene Haltungswechsel von 156 Personen während der Arbeitszeit. Die Ergebnisse zeigen, dass sich die zeitliche Dynamik von Sitz-zu-Steh-Übergängen von Steh-zu-Sitz-Übergängen unterscheidet und dass Menschen später am Arbeitstag schneller ihre Haltung wechseln und schneller aufstehen, nachdem sie in den letzten Stunden aktiver waren. Es wurden keine Hinweise auf Assoziationen mit körperlicher Fitness angezeigt . Insgesamt geben diese Befunde Aufschluss über die Herkunft der Aufsteh- und Sitzentscheidungen von Menschen, zeigen, dass sich das Sitzverhalten grundlegend vom Bewegungsverhalten unterscheidet, und geben Hinweise für die Entwicklung von Interventionen.

In der modernen Gesellschaft verbringen die meisten Menschen große Teile ihrer wachen Zeit im Sitzen, insbesondere wenn sie bei der Arbeit sind ). Zahlreiche Studien haben gezeigt, dass langes Sitzen nach der Arbeit zu psychischen und physischen Gesundheitsproblemen wie Depressionen, Stress, Fettleibigkeit, Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebs und Gesamtmortalität beiträgt). Problematischerweise scheinen die nachteiligen gesundheitlichen Folgen des Sitzens sogar bei denjenigen vorhanden zu sein, die ansonsten das empfohlene Maß an täglicher körperlicher Aktivität einhalten. Um die Gesundheit und das Wohlbefinden der Gesellschaft zu verbessern, ist es daher von entscheidender Bedeutung, das Sitzverhalten der Menschen zu ändern. Bisher hat die Erforschung des Sitzverhaltens entscheidende Erkenntnisse erbracht, wie z. B. dass sich bei berufstätigen Erwachsenen langes Sitzen meist nach der Arbeitszeit ansammelt und dass das Sitzen den Stoffwechsel, den Knochenmineralgehalt und die Gefäßgesundheit direkt beeinflusst. Frühere Untersuchungen zum Sitzverhalten haben das Sitzen jedoch typischerweise auf aggregierter Ebene untersucht. Das heißt, typischerweise werden zusammenfassende Merkmale des Sitzverhaltens (z. B. Gesamtsitzzeit (über den Tag verteilt, durchschnittliche Dauer von Sitzepisoden) als primäre Ergebnisse verwendet. Dieser traditionelle Ansatz konzeptualisiert das Sitzverhalten als eine statische Eigenschaft einer Person - oder bestenfalls als eine statische Eigenschaft einer Person an einem bestimmten Tag. Dieser Ansatz entspricht dem Mainstream-Ansatz, der zur Untersuchung körperlicher Betätigung verwendet wird, bei dem das Übungsvolumen normalerweise als Gesamtstunden oder -minuten pro Woche ausgedrückt und untersucht wird.

Im Vergleich zum traditionellen Ansatz hat unser dynamischer Ansatz drei Hauptvorteile. Erstens bietet unser Ansatz eine empfindliche Methode, um die Variabilität zu erfassen, die für das natürliche Sitzverhalten charakteristisch ist. An einem durchschnittlichen Tag wechseln Menschen zwischen ∼70 und ∼140 Mal zwischen Sitzen und Stehen; auch können Menschen für Zeiträume von wenigen Sekunden bis zu mehreren Stunden in einer einzigen Haltung verharren). Diese erheblichen Schwankungen sind vermutlich auch vorhanden, wenn das Sitzverhalten von Menschen stark durch den physischen und sozialen Kontext eingeschränkt wird, beispielsweise wenn Menschen für die Arbeit hinter einem Schreibtisch bezahlt werden. Das heißt, in solchen eingeschränkten Kontexten machen Menschen immer noch kurze, aber häufige Haltungswechsel, zum Beispiel, wenn sie ihre Beine strecken, auf die Toilette gehen oder Kaffee trinken. Daher liefert die Untersuchung des Sitzverhaltens auf Personen- oder Tagesebene keine ökologisch gültige Darstellung der Zeitskala, auf der Sitzverhalten auftritt. Neuere Studien unterstützen die potenzielle Bedeutung der Anerkennung dynamischer Variationen beim Sitzen. Das heißt, die Zeit, die Menschen in längeren, ununterbrochenen Perioden des Sitzens (> 30 Minuten) verbringen, und nicht die gesamte Sitzzeit, kann die Hauptursache für sitzende Gesundheitsprobleme sein. Mit unserem Ansatz können einzigartige und detaillierte Einblicke in die dynamischen Variationen des Sitzens und damit in die spezifischen ungesunden Eigenschaften des Sitzverhaltens gewonnen werden.

Aktuelle Aktivität, insbesondere die Aktivität in den letzten 5 h, als Prädiktor für die Gefahr des Aufstehens im Sitzen und die Gefahr des Hinsetzens im Stehen. In einer Studie wurde ein 5-Stunden-Zeitfenster gewählt, basierend auf früheren Studien zur Muskelermüdung, die zeigen, dass körperliche Beschwerden innerhalb von 2 bis 5 Stunden nach Aktivität einsetzen. Nach Perioden mit mehr Stehen (d. h. aktiv sein, mehr körperliche Anstrengung ausüben) war es wahrscheinlicher, dass die Menschen standen und weniger wahrscheinlich saßen.

Individuelle Unterschiede in der körperlichen Fitness.

Zusammenhänge zwischen individuellen Unterschieden in Bezug auf die körperliche Fitness und die Gefahr des Aufstehens im Sitzen und die Gefahr des Hinsetzens im Stehen. Wir gingen davon aus, dass Menschen mit einem höheren Body-Mass-Index (BMI), einem höheren Alter und/oder weniger aktiver Freizeitgestaltung körperlich weniger fit sind.

Sitverhalten Definition

Sitzverhalten ist definiert als "jedes Wachverhalten, das durch einen Energieverbrauch von ≤ 1,5 metabolischen Äquivalenten (METs) in sitzender, liegender oder liegender Haltung gekennzeichnet ist". Studien haben zwischen Sitzverhalten und Aktivität unterschieden, wobei auf alle Verhaltensweisen außerhalb des Sitzens bezogen wurde.

Falsches Sitzen

Die Folgen von falschem Sitzen

Studien haben ergeben, dass 80 bis 90% der Deutschen eine falsche - zuweilen krankmachende - Sitzhaltung haben. Im Schnitt sitzen die Deutschen am Abend 3-4 Stunden vor dem TV.

Lehnt man sich hintenübergebeugt im Sessel oder auf der Couch zurück, so wird die natürliche S-Form der Wirbelsäule nicht optimal unterstützt, so dass der Rücken über längere Zeit hinweg nur stellenweise belastet wird. In erster Linie stellt diese Sitzposition Ihre Muskeln ruhig, aber nach einiger Zeit kann sie der Anlass zu massiven Beschwerden sein, so wie z.B. Rückenbeschwerden, abgequetschte Nerven/Venen, Gewebe-/Hautirritation, Störungen in den Eingeweiden, Atembeschwerden, Schwierigkeiten beim Aufstehen und vieles mehr.

Alles in allem genügend Gründe, sich auf eine gesunde Sitzhaltung zu konzentrieren.

Rückenbeschwerden

Einige wissenschaftliche Erkenntnisse: 80% der Erwachsenen leiden von Zeit zu Zeit an Rückenschmerzen und 20% davon sogar regelmäßig!

Rückenschmerzen können in der Regel nicht auf einfache Weise behoben werden. Der Arzt und der Physiotherapeut können zwar für eine teilweise Besserung sorgen, aber als "Rückenbenutzer" sind wir selbst zu vielem mehr in der Lage. Dabei gibt es mehrere Möglichkeiten, aktiv etwas für den Rücken zu tun, sowohl zur Verbesserung wie zur Vorbeugung.

Wenn Ihnen ein gesunder Rücken wichtig ist, bekommen Sie hier wichtige Informationen über Rückenschmerzen.

Weitere Folgen von falschem Sitzen

Durch ein schlechtes Sitzen in einem Sessel oder einer Couch wird die natürliche S-Form der Wirbelsäule nicht optimal unterstützt, so dass die Wirbelsäule langfristig zu einseitig belastet wird.Zunächst gibt eine "lockere" Sitz-Haltung der Muskulatur kurzzeitig ein Gefühl von Entspannung, aber nach einer Weile kann diese Haltung erhebliche Beschwerden verursachen. Es entstehen Probleme wie: Schmerzen oder Probleme mit den Gelenken, Abklemmen der Nerven und Adern, Gewebe-Reizung, Darm-Störungen, Atembeschwerden, Schwierigkeiten beim Aufstehen, etc.

Gründe genug, um sich Gedanken über eine richtige Sitzhaltung zu machen.

Gewebe-Irritationen

Gewebe-Irritation tritt bei einer zu sehr geneigten Rückenlehne oder einer zu grossen Sitztiefe auf. Ursache ist das Herausrutschen. So sorgt ein Sofa mit losen Kissen dafür, dass Sie am Ende eines Abends absolut falsch sitzen und die Kissen fast auf dem Boden liegen.Der gleiche Effekt tritt natürlich auch in einem zu tiefen, festen Sofa mit Kissen auf. Dies kann bei längerem Sitzen ebenfalls zu Gewebe-Irritationen führen.Sie fühlen es durch ein leichtes Brennen in Ihrem Gewebe, so dass Sie dazu neigen, Positionen regelmäßig zu ändern. Viele Sitzmöbel sind mit 53/54 cm extrem tief. Für ca. 80% der deutschen Bevölkerung sind solche Sitztiefen zu viel. Schön um darauf zu liegen, aber sicherlich nicht um darin zu sitzen.

Atembeschwerden

Wenn Sie falsch (nicht gerade) sitzen, wird Ihre Atmung schwierig und die Lunge hat weniger Platz. Die Atmung erfolgt dann im Brustbereich und nicht aus dem Bauch heraus, wie es sein sollte.Besonders für Menschen die asthmatisch oder kurzatmig sind, ist eine gute Sitzhaltung wichtig um mehr Luft zu bekommen.

Abklemmen der Nerven und Adern

Es ist klar, dass die Haltung der Dame auf dem Bild sicherlich nicht gut für die Nerven und Adern in den Beinen ist.Weniger bekannt ist, dass eine zu hohe Sitzposition (Sitzhöhe) den gleichen negativen Effekt ausübt. Viele Leute sind der Meinung eine hohe Sitzposition ist gesund. Dabei führt ein zu hoher Sitz zu einem verlängerten Einklemmen der Beinnerven und Adern. "Eingeschlafene Beine" sind die Folge. Wenn Blutgefäße zu lange eingeklemmt sind, kommen Krampfadern. Dies könnte auch dazu führen, dass Feuchtigkeit nicht richtig abgebaut wird, und so "Wasser" in den Beinen auftreten kann.

( Autor F. Grebe Teil-Rezitation aus National Library of Medicin, Europe PubMed Centra, MedlinePlus Health Information, Wellco NL).